Blumenthaler Bürgerhaus soll künftig vom Verein „Bürger- und Leutetreff“ bewirtschaftet werden - MAZ 29.07.2011

DEBATTE: Problemlösung auf „vernünftiger Ebene“

Blumenthaler Bürgerhaus soll künftig vom Verein „Bürger- und Leutetreff“ bewirtschaftet werden

HEILIGENGRABE/BLUMENTHAL -Das neue Bürgerhaus in Blumenthal (Gemeinde Heiligengrabe) wird zwar erst am 19. August eröffnet, aber um die Organisation der künftigen Bewirtschaftung wird schon jetzt heftig debattiert.

Vorgesehen ist, dass der erst kürzlich gegründete „Blumenthaler Kultur- und Leutetreff“ die Bewirtschaftung des frisch sanierten Hauses übernehmen soll – ähnlich wie es auch in vergleichbaren Objekten in der Gemeinde bereits praktiziert wird.

Ilona Gottschalk (Wir-FWG) hat damit jedoch ein Problem. Sie sieht erhebliches „Konfliktpotenzial“, wenn es um Haftungsfragen geht. Der Verein laufe Gefahr, im Falle eines Falles mit der Haftung finanziell völlig überfordert zu sein. „Ich will verhindern, dass die Vereinsmitglieder ins offene Messer laufen“, meinte sie nach einem Blick in den Vertragsentwurf mit der Gemeinde. Für sie sei noch vieles ungeklärt. „Was ist, wenn auf dem Spielplatz im Außenbereich ein Unfall passiert?“ Darüber hinaus befürchtet Ilona Gottschalk Probleme im Zusammenhang mit dem Geschäftsinhaber Mario Schimmelpfennig, der sein Geschäft ebenfalls künftig im Bürgerhaus betreiben wird. Wie erfolgen die Betriebsabrechnungen? Gibt es zum Beispiel separate Wasseruhren? Wer ist in welchen Bereichen vor dem Haus fürs Schneeräumen im Winter verantwortlich?

Die Blumenthaler Ortsvorsteherin Bettina Teiche versicherte, dass die Vereinsmitglieder den Vertragsentwurf kennen und sich der Doppelnutzung durchaus bewusst seien. Deshalb sei für eine „maximale Trennung“ gesorgt worden. Im Vorfeld werde alles getan, um mögliche Probleme auf „vernünftiger Ebene“ zu lösen.

Doch damit wollte sich Ilona Gottschalk nicht zufrieden geben. Sie hätte es lieber gesehen, wenn die Gemeinde die Verantwortung übernehmen würde.

„Das kann man tun, aber dann müssten wir es auch in allen anderen Orten so machen“, sagte Heiligengrabes Bürgermeister Holger Kippenhahn. Doch dafür sieht er keinen Grund. Vielmehr versicherte er, dass die Methode, einem örtlichen Verein die Bewirtschaftung zu überlassen, in elf weiteren Fällen in der Gemeinde bereits erfolgreich laufe. „Wir haben damit bisher nur die besten Erfahrungen gemacht. Es gab keinerlei Probleme“, sagte er und wies gleichzeitig darauf hin, dass sämtliche Einnahmen durch Nutzungsgebühren in die Vereinskasse fließen, nicht in die Gemeindekasse. Und schon jetzt seien Lesungen oder Filmvorführungen geplant.

Dennoch war man sich in der Runde einig, dass die konkreten Bewirtschaftungskosten erst dann feststehen, wenn das Haus tatsächlich in Betrieb gegangen ist. Um die Kosten von Anfang an im Blick zu haben schlug Bettina Teiche vor, Zählerablesungen im Vierteljahrestakt vornehmen zu lassen, „um keine bösen Überraschungen“ zu erleben. (Von Björn Wagener)

Blumenthaler Bürgerhaus im Fokus - MAZ 28.07.2011

DEBATTE: Konträre Meinungen zur Bewirtschaftung

Blumenthaler Bürgerhaus im Fokus

HEILIGENGRABE/BLUMENTHAL: Das neue Bürgerhaus in Blumenthal wird zwar erst am 19. August eröffnet, aber um die Organisation der künftigen Bewirtschaftung wird schon jetzt heftig debattiert.

Vorgesehen ist, dass der erst kürzlich gegründete „Blumenthaler Kultur- und Leutetreff“ die Bewirtschaftung des frisch sanierten Hauses übernehmen soll – ähnlich wie es auch in vergleichbaren Objekten in der Gemeinde bereits läuft (die MAZ berichtete).

Ilona Gottschalk (Wir-FWG) hat damit jedoch ein Problem. Sie sieht erhebliches „Konfliktpotenzial“, wenn es um Haftungsfragen geht. Der Verein laufe Gefahr, im Falle eines Falles mit der Haftung finanziell völlig überfordert zu sein. „Ich will verhindern, dass die Vereinsmitglieder ins offene Messer laufen“, meinte sie nach einem Blick in den Vertragsentwurf mit der Gemeinde. Für sie sei noch vieles ungeklärt. „Was ist, wenn auf dem Spielplatz im Außenbereich ein Unfall passiert?“ Darüber hinaus befürchtet Ilona Gottschalk Probleme im Zusammenhang mit dem Geschäftsinhaber Mario Schimmelpfennig, der sein Geschäft ebenfalls künftig im Bürgerhaus betreiben wird. Wie erfolgen die Betriebsabrechnungen? Gibt es zum Beispiel separate Wasseruhren? Wer ist in welchen Bereichen vor dem Haus fürs Schneeräumen im Winter verantwortlich?

Die Blumenthaler Ortsvorsteherin Bettina Teiche versicherte, dass die Vereinsmitglieder den Vertragsentwurf kennen und sich der Doppelnutzung durchaus bewusst seien. Deshalb sei für eine „maximale Trennung“ gesorgt worden. Im Vorfeld werde alles getan, um mögliche Probleme auf „vernünftiger Ebene“ zu lösen. Doch damit wollte sich Ilona Gottschalk nicht zufrieden geben. Sie hätte es lieber gesehen, wenn die Gemeinde die Verantwortung übernehmen würde.

„Das kann man tun, aber dann müssten wir es auch in allen anderen Orten so machen“, sagte Bürgermeister Holger Kippenhahn. Doch dafür sieht er keinen Grund. Vielmehr versicherte er, dass die Methode, einem örtlichen Verein die Bewirtschaftung zu überlassen, in elf weiteren Fällen in der Gemeinde bereits erfolgreich laufe. „Wir haben damit bisher nur die besten Erfahrungen gemacht. Es gab keinerlei Probleme“, sagte er und wies gleichzeitig darauf hin, dass sämtliche Einnahmen durch Nutzungsgebühren in die Vereinskasse fließen, nicht in die Gemeindekasse. Und schon jetzt seien Lesungen oder Filmvorführungen geplant.

Dennoch war man sich in der Runde einig, dass die konkreten Bewirtschaftungskosten erst dann feststehen, wenn das Haus tatsächlich in Betrieb gegangen ist. Um die Kosten von Anfang an im Blick zu haben schlug Bettina Teiche vor, Zählerablesungen im Vierteljahrestakt vorzunehmen, „um keine bösen Überraschungen“ zu erleben. (Von Björn Wagener)

Blumenthaler informieren sich über Arbeiten am Bürgerhaus - MAZ 15.03.2011

SANIERUNG: Treffpunkt Rohbau

Blumenthaler informierten sich über Arbeiten am Bürgerhaus

BLUMENTHAL: Das neue Blumenthaler Bürgerhaus biegt auf die Zielgerade ein: Estrich und Fußbodenheizung sind drin, Fenster und Türen sowieso, die Wände sind verputzt. Der Innenausbau läuft. Wichtigster Raum ist der Saal im Erdgeschoss. Auf dieser Ebene entstehen außerdem noch der Verkaufsraum für das Geschäft von Mario Schimmelpfennig und ein Sanitärbereich. Im ersten Obergeschoss gibt es einen Vereinsraum, ein Büro und ebenfalls Toiletten. Der Dachboden bleibt als Ausbaureserve vorerst ungenutzt. Wenn das Haus erst bezogen ist, werden die Blumenthaler nicht nur über moderne Räume für private Feste und öffentliche Veranstaltungen verfügen. Auch Ladenbetreiber Mario Schimmelpfennig freut sich auf bessere Bedingungen für sein Geschäft. Momentan befindet es sich noch im Flachbau direkt gegenüber. Wenn der frei wird, zieht dort der Jugendklub ein.

Das künftige Bürgerhaus wurde um 1900 erbaut und diente zunächst als Wohnhaus für den Besitzer des Sägewerkes. Zu DDR-Zeiten wurde es ebenfalls als Wohnhaus genutzt. Dann stand es rund zehn Jahre lang leer. Die Sanierungsbedürftigkeit war unübersehbar. Das wäre wohl noch heute so, wenn nicht Wilhelm Otto vor etwa drei Jahren dem Ortsbeirat vorgeschlagen hätte, das Haus zum Bürgerhaus umzubauen. Auch wenn es zunächst skeptische Stimmen gegeben hatte, so wurde jedoch genau das beschlossen – und zwar als eines der letzten und wichtigsten Vorhaben im Rahmen der Städtebauförderung.

Über den Stand der Arbeiten konnten sich die Blumenthaler Einwohner dann am Samstag informieren. Gut 50 Interessierte kamen beim Tag der offenen Baustelle schon während der ersten Stunde und guckten sich im Rohbau um. Die Fragen der Gäste wurden von Ortsvorsteherin Bettina Teiche, Architekt Bernd Abel und Heiligengrabes Bürgermeister Holger Kippenhahn beantwortet. Im kommenden Jahr wird das Vorhaben mit den Außenanlagen abgeschlossen: Ein bepflanzter Wall an der rückwärtigen Grundstücksgrenze, ein Grillplatz, ein Beachvolleyballplatz für den benachbarten Jugendklub und gleich anschließend am Saal ein sonniger und ein überdachter Freiplatz – so die gegenwärtigen Planungen, die den Besuchern durchaus gefielen.

Etwas mehr als 600 000 Euro werden in das Gebäude investiert – mit Hilfe von Fördermitteln aus der Städtebauförderung, in die Blumenthal als kleine Gemeinde in den 90er Jahren hineingerutscht ist und über die letztmalig 2012 Fördermittel zu bekommen sind. Mit dem Dorfgemeinschaftshaus wird einer von vier sogenannten „städtebaulichen Missständen“ beseitigt.

Einer war das BHG-Gelände, auf dem bereits Ordnung geschaffen wurde, ein weiterer der Kreuzdamm mit der ehemaligen Gaststätte, wo es bereits Abrissarbeiten gab. Neben der jetzt umgebauten Villa war der vierte Schwerpunkt: die inzwischen verkaufte Sparkasse. Jahrelang war auch vergeblich versucht worden, die Villa zu verkaufen. Nun wird daraus ein Dorfgemeinschaftshaus. (bw/kö)